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Verluste

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die 1938 von der Gestapo "sichergestellte" und im Januar 1943 dem Land Sachsen unentgeltlich übertragene Porzellansammlung Gustav von Klemperer gemeinsam mit Objekten der Staatlichen Porzellansammlung nach außerhalb von Dresden gelegenen Bergungsorten ausgelagert, um sie vor Kriegseinwirkungen zu schützen. Zunächst gelangte die Sammlung Klemperer 1943 in das zwischen Dresden und Bautzen gelegene Barockschloss Rammenau. Die vorrückenden Truppen der Sowjetunion machten in den ersten Monaten des Jahres 1945 eine abermalige Verlagerung der Kisten nötig.

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Im Zuge dieser erneuten Verlagerung wurden auch die 24 Kisten, die die Sammlung Klemperer enthielten, aus Schloss Rammenau abtransportiert und auf verschiedene Auslagerungsdepots verteilt.
Ein Lastwagen, der einige Kisten mit Porzellan der Sammlung Gustav von Klemperers geladen hatte, machte auf dem Weg in ein neues Auslagerungsdepot einen Zwischenstopp im Hof des Dresdner Residenzschlosses. In der Bombennacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 wurde dieser im Schlosshof abgestellte Lastkraftwagen mit seiner Ladung zerstört.

Erst 1953 sollten die Scherben einzelner Porzellane aus der Sammlung Gustav von Klemperers aus dem Schutt im Hof des Schlosses geborgen werden.

© SLUB Dresden, Deutsche Fotothek, Walter Möbius
Residenzschloss Dresden, 1947 Ruine des Nordflügels vom Großen Schlosshof gesehen

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Zahlreiche weitere mit kostbaren Porzellanen aus der Sammlung Gustav von Klemperer gefüllten Holzkisten wurden am 16. März 1945 von Schloss Rammenau in das circa dreißig Kilometer westlich von Dresden gelegene Schloss Rothschönberg, Gemeinde Klipphausen im Landkreis Meißen, verlagert. Die Auslagerungskisten wurden hier in einem Zimmer der ersten Etage untergebracht.

© SLUB Dresden, Deutsche Fotothek, Paul Schulz
Schloss Rothschönberg, September 1947 Ansicht von Südwesten

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Einige wenige Kisten mit Porzellan aus der Sammlung Gustav von Klemperers wurden am 4. April 1945 von Rammenau nach Schloss Reichstädt verlagert. Reichstädt liegt bei Dippoldiswalde circa dreißig Kilometer südlich von Dresden. Das Bergungsgut wurde in das auf dem Schlosshof befindliche Schlachthaus sowie in einem dazugehörigen Nebenraum untergestellt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrten die einst nach außerhalb Dresdens verlagerten Kunstwerke in die Museen zurück. Jedoch waren durch Kriegseinwirkung, Plünderungen und mutwillige Zerstörung die ausgelagerten Bestände stark dezimiert.

© SLUB Dresden, Deutsche Fotothek, Max Nowak
Schloss Reichstädt, um 1930 Ostturm mit Übergang zur Kirche

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Dies traf ebenso auf die 1938 aus dem Familienbesitz der von Klemperers geraubte Porzellansammlung zu. Objekte dieser Sammlung, die den Zweiten Weltkrieg und die damit verbundenen Einwirkungen überstanden hatten, gelangten – teilweise unerkannt in Bezug auf deren Provenienz – in den Bestand der Porzellansammlung Dresden.

Die rekonstruierte Porzellansammlung umfasst heute 929 Positionen, wobei sich hinter einigen Positionen auch aus mehreren Teilen bestehende Geschirre verbergen können (z.B. Schokoladebecher mit Unterschale, Rahmtopf mit Deckel und Untersatz).

Sowohl die 1991 und 2010 restituierten Positionen als auch die vonseiten Dritter an die Familie von Klemperer zurückgegebenen Porzellane mussten von diesem Gesamtbestand abgezogen werden. Weiter galt es, all jene Positionen herauszufiltern, die aus mehreren Teilen bestehen, von denen aber nur ein Teil erhalten ist, der andere als Verlust gelten muss.

So kristallisierte sich peu à peu eine stückgenaue Verlustliste von 614 Positionen heraus, die mit ausführlichen Angaben zum Verlustweg als Suchmeldung der "Erbengemeinschaft Klemperer" an die LostArt-Datenbank gemeldet wurde.

Ausgewählte Beispiele der Verluste

Verluste

Die Gesamtliste der Verluste aus der Sammlung Gustav von Klemperers umfasst
614 Positionen, die in der LostArt-Datenbank veröffentlicht wurden.

Die Verluste in der LostArt-Datenbank

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Porzellansammlung
»Beltrame und Colombina« Porzellansammlung Gustav von Klemperer, Dresden 1928, Tafel 59, Nr. 548
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