Geboren aus der Faszination Augusts des Starken für den Fernen Osten und befeuert durch die Gründung der Meissener Porzellanmanufaktur, ist die Dresdner Porzellansammlung weltweit einzigartig.

Portrait von Dr. Julia Weber
© SKD, Foto: David Pinzer
Dr. Julia Weber, Direktorin Porzellansammlung

Sammlungsgeschichte

Es ist die „maladie de porcelaine“, die Sucht August des Starken nach dem weißen Gold, die seine legendäre Porzellansammlung zur größten und schönsten in ganz Europa werden ließ. Seine Porzellanliebe ging so weit, dass der König im Jahr 1717 mit Friedrich Wilhelm I. von Preußen einen ungewöhnlichen Deal einging: Er tauschte sechshundert seiner Soldaten gegen 151 chinesische Porzellane in blau-weiß, darunter 30 große Vasen.

Andere Stücke fanden über Händler der Leipziger Messe ihren Weg an den sächsischen Hof oder kamen direkt aus Holland, wohin das ostasiatische Porzellan damals verschifft wurde. In Augusts Regierungszeit fällt auch die Entdeckung der Porzellanherstellung in Europa durch Johann Friedrich Böttger im Jahr 1708. Nur zwei Jahre später gründete August der Starke in Dresden die erste europäische Porzellanmanufaktur, die er wenige Monate später nach Meißen verlegte – vor allem, um die Rezeptur der Herstellung geheim zu halten.

Die Porzellansammlung bietet bis heute den besten Überblick über die aufsehenerregenden Leistungen der Meissener Manufaktur von ihrer Gründung bis etwa 1815, von den berühmten Chinoiserien über höfische Tafelservice bis hin zu monumentalen Figurengruppen. Ostasiatische und sächsische Porzellane sollten gemeinsam im Japanischen Palais, einem eigens für diesen Zweck erworbenen und umgestalteten ‚Porzellanschloss‘, zur Schau gestellt werden – doch dieser Plan wurde nach dem Tod des Königs 1733 nicht mehr in die Tat umgesetzt. Im 19. Jahrhundert kamen die Stücke dicht gedrängt im Johanneum kaum zur Wirkung. 

große Vase, bemalt mit Menschen an einem Tisch und spielenden Kindern
© SKD, Foto: Adrian Sauer
Vase, Jingdezhen, Qing-Zeit (1644 – 1911), Ära Kangxi (1662 – 1722), ca. 1700 – 1720 Porzellan, Unterglasur kobaltblau, Aufglasurfarben und Gold

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Porzellane in umliegende Schlösser und Bergwerke ausgelagert, sodass der überwiegende Teil des Bestandes bei der Zerstörung Dresdens 1945 unbeschadet blieb. Noch im selben Jahr wurde ein Großteil der Stücke von der Roten Armee als Kriegsbeute in die Sowjetunion abtransportiert. Nach dem Tode Stalins 1953 beschloss die Sowjetregierung, die Werke unter Einbehaltung von zehn Prozent an die Museen der DDR zurückzugeben. 1958 kehrten die Stücke nach Dresden zurück, wo sie seit 1962 im wunderbaren Ambiente des Zwingers zu sehen sind.

Freundeskreis

Der Freundeskreis der Dresdner Porzellansammlung im Zwinger e.V. unterstützt das Museum

Publikationen

Hier finden Sie die aktuellen Publikationen der Porzellansammlung

lesende Frau sitzt zwischen zwei deckenhohen Bücherregalen
© SKD, Foto: Amac Garbe

Kontakt Porzellansammlung

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