Deutschland, Sachsen, Dresden, Staatliche Kunstsammlungen
© SKD / Juergen Loesel

Joining the Shards

Kriege und bewaffnete Konflikte hinterlassen bis heute tiefe Spuren am keramischen Kulturerbe - von materiellen Schäden bis zum Verlust historischer Zusammenhänge. Im EU-geförderten Projekt „Joining the Shards“ arbeiten Museen und Forschungseinrichtungen aus Europa gemeinsam daran, erfolgreiche Methoden der Konservierung, Restaurierung und Dokumentation weiterzuentwickeln und neue Wege für Ausstellung, Vermittlung und Storytelling zu eröffnen.

 

Projektteam
Projektteam Das Projektteam bestehend aus Mitarbeiter:innen des MIC Faenza, Muzeum Ceramiki w Bolesławcu, War Childhood Museum, Consiglio Nazionale delle Recerche, The Khanenko Museum und der Porzellansammlung der SKD

Projektziel

Ziel des Projekts „Joining the Shards“ ist es, die Kompetenzen von Fachkräften in Museen und kulturellen Einrichtungen im Bereich der Konservierung keramischer Artefakte – insbesondere solcher, die von bewaffneten Konflikten betroffen sind – sowie die Bildung und Vermittlung zum kriegsbedingt verlorenen oder beschädigten keramischen Kulturerbe zu stärken.

Innovative Methoden und moderne Technologien in der Keramikrestaurierung stehen im Mittelpunkt des Projektansatzes. Zugleich werden die Kompetenzen von Museumsmitarbeitenden gestärkt, die Geschichten kriegsbeschädigter Keramiken wirkungsvoll zu vermitteln und das Publikum aktiv daran teilhaben zu lassen. Darüber hinaus sieht das Projekt die Entwicklung einführender Leitlinien zur Konservierung kriegsbetroffenen keramischen Kulturerbes vor. Zudem werden Möglichkeiten erarbeitet, bisher nicht ausgestellte Kulturgüter mit Bezug zu diesen Fragestellungen in Dauer- und Sonderausstellungen einzubinden und diese Ansätze künftig interessierten Museen zugänglich zu machen.

Sechs Partner sind am Projekt beteiligt: 

Jede Institution bringt einzigartiges Fachwissen in die Zusammenarbeit ein – von Konservierung und Forschung zu Restaurierungstechnologien bis hin zur Entwicklung neuer Erzählungen für die Vermittlung und Aktivitäten zur Publikumsbindung.

Im Laufe von zwei Jahren werden die Partner gemeinsame Workshops, Fachschulungen, Studienbesuche und technologische Pilotprojekte durchführen. Zudem entwickeln sie neue narrative Ansätze für die Vermittlung von Sammlungen, erproben innovative Konservierungsmethoden und testen neue Wege, um Besucherinnen und Besucher stärker einzubeziehen.

Diese Initiative entstand aus dem Bedarf heraus, fachliches Konservierungs-Knowhow mit modernen Ansätzen der Kommunikation und Ausstellungsgestaltung zu verbinden. Von Konflikten betroffenes keramisches Kulturerbe ist oft schwer zu interpretieren, wird selten öffentlich ausgestellt und für Bildungszwecke nur unzureichend genutzt. Gleichzeitig eröffnen Fortschritte in den Bereichen Konservierung, Digitalisierung und narrative Vermittlung den Museen völlig neue Möglichkeiten. Dieses Projekt verbindet berufliche Bildung mit dem Schutz des Kulturerbes. Gleichzeitig stärkt es das europäische kulturelle Gedächtnis. Bei der Konservierung geht es nicht allein um die Rettung von Objekten, sondern ebenso um die Wiederherstellung von Geschichten. Damit verbunden sind Emotionen und Bedeutungen, die den zeitgenössischen Dialog über Erinnerungen, bewaffnete Konflikte und das gemeinsame europäische Kulturerbe fördern können.

Das Projekt „Joining the Shards – Weiterbildung von Museumsfachkräften zur Aufwertung und Vermittlung des von Kriegen betroffenen keramischen Kulturerbes der EU“ wird von der Europäischen Union im Rahmen des Erasmus+-Programms kofinanziert.

 

Kriegsbeschädigte Objekte in unserem Bestand

Was bisher geschah...

Auftakttreffen im Museo Internazionale delle Ceramiche in Faenza am 22. Januar 2026

Das erste Treffen fand am 22. Januar 2026 im Museo Internazionale delle Ceramiche in Faenza statt. An dem Auftakttreffen, das dem Schutz und der Förderung des keramischen Kulturerbes – mit besonderem Schwerpunkt auf kriegsbeschädigten Objekten – gewidmet war, nahmen folgende Projektpartner teil: Fondazione MIC – Museo Internazionale delle Ceramiche in Faenza (Italien), Consiglio Nazionale delle Ricerche (Italien), Porzellansammlung der Staatliches Kunstsammlungen Dresden (Deutschland), und das War Childhood Museum (Bosnien und Herzegowina). 

Während des Treffens wurden die kommenden Forschungs- und Konservierungsmaßnahmen des Projekts besprochen und die Bestandsaufnahme des betreffenden keramischen Kulturerbes eingeleitet. Zudem werden im Projekt bewährte Verfahren in den Bereichen Konservierung, Restaurierung und Storytelling gesammelt und dokumentiert. Internationale Workshops, Studienreisen, Fachschulungen sowie Kommunikations- und Bildungsmaßnahmen sind geplant, um die Projektergebnisse einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Auftakttreffen im Museo Internazionale delle Ceramiche in Faenza am 22. Januar 2026

2. transnationales Projekttreffen und Workshops, veranstaltet von der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, vom 23. bis 25. Juni 2026

Vom 23. bis 25. Juni 2026 kamen die Partner des Erasmus+-Projekts „Joining the Shards“ in der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden zum zweiten transnationalen Projekttreffen mit verschiedenen Workshops zusammen. Im Mittelpunkt stand die Auswertung der projektweiten Erhebung zu kriegsgeschädigter Keramik in den Partnermuseen. Darüber hinaus bot das Treffen Gelegenheit, bestehende Praktiken in Restaurierung, Konservierung und Storytelling auszutauschen und die nächsten Projektschritte abzustimmen. Ergänzt wurde das Programm durch die Vorstellung des Khanenko Museums und eine Führung durch die Porzellansammlung Dresden. In den Workshops diskutierten die Partner Best Practices in der Restaurierung, Methoden des Storytellings sowie den Einsatz neuer Technologien für die Konservierung keramischen Kulturerbes. Abschließend wurden Struktur und Inhalte einer gemeinsamen Guideline erarbeitet, die bewährte Verfahren in Restaurierung und Vermittlung bündeln und künftig als praxisorientierte Handreichung dienen soll.

2. transnationales Projekttreffen und Workshops, veranstaltet von der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, vom 23. bis 25. Juni 2026

Aktuelle Termine

Unsere Projektpartner

MIC Faenza

Die MIC-Stiftung ist eine in Faenza gegründete Organisation, die durch die Beteiligung öffentlicher und privater Einrichtungen unterstützt wird. Die Stiftung verfolgt Ziele der sozialen Solidarität und des Gemeinwohls. Zu ihren Hauptaufgaben gehören der Schutz, die Förderung und die Weiterentwicklung des keramischen Erbes auf nationaler und internationaler Ebene. Sie betreibt das Internationale Keramikmuseum in Faenza und entwickelt ergänzende Aktivitäten zur Förderung dieses Erbes, darunter Öffentlichkeitsarbeit, Bildungsangebote, Forschung, Restaurierungsprojekte und Publikationen. Sie unterstützt die keramische Tradition durch kulturelle Initiativen und bemüht sich um Ressourcen zur Erweiterung der Museumssammlungen.

MIC Faenza

Muzeum Ceramiki w Bolesławcu

Das Keramikmuseum in Bolesławiec wurde 1950 an der Stelle des Vorkriegs-Städtischen Museums errichtet, das 1911 in dem Gebäude in der Mickiewicza-Straße 13 gegründet worden war. Es ist das größte Keramikmuseum in Polen und in Mitteleuropa und besitzt die weltweit größte Sammlung von Bunzlauer Keramik.

Consiglio Nazionale delle Ricerche

Das Institut für Photonik und Nanotechnologien entstand aus dem Zusammenschluss dreier Einrichtungen des CNR, die im Bereich der Nanotechnologien und fortschrittlichen Materialien und Bauelemente für Photonik und Elektronik tätig sind: dem Zentrum für Quantenelektronik und Elektronische Instrumentierung (CEQSE) in Mailand, dem Zentrum für Physik aggregierter Zustände (CeFSA) in Trient und dem Institut für Festkörperelektronik (IESS) in Rom. Zu den wichtigsten in der Abteilung entwickelten oder angeschafften Geräten gehören: ein System zur Synthese und Charakterisierung von Materialien aus Überschallstrahlen (international einzigartig); Anlagen zur Herstellung und Charakterisierung planarer Wellenleiter; ein XEOL-System zur Röntgenphotolumineszenz; Laser- und Ionensysteme zum Nachweis flüchtiger Elemente in Spuren; ein System zur Charakterisierung des Rückwirkungsrauschens von SQUID-Verstärkern.

Projektpartner

War Childhood Museum

Die Mission des Kriegskindheitsmuseums besteht darin, kontinuierlich und nach höchsten Standards Materialien über das Aufwachsen im Krieg zu dokumentieren und zu digitalisieren und die archivierten Materialien über verschiedene Medienkanäle zu präsentieren, um ein breites Publikum über diese Erfahrung aufzuklären. Die Vision des Kriegskindheitsmuseums besteht darin, Einzelpersonen dabei zu helfen, vergangene traumatische Erlebnisse zu überwinden und die Traumatisierung anderer zu verhindern, und gleichzeitig das gegenseitige Verständnis auf kollektiver Ebene zu fördern, um die persönliche und soziale Entwicklung zu verbessern.

The Khanenko Museum

Die Geschichte des Khanenko-Museums reicht bis in die 1870er-Jahre zurück, als Bohdan Khanenko Varvara Tereshchenko heiratete . Das frischvermählte Paar war fasziniert von der Idee, eine eigene Kunstsammlung anzulegen. Das Ergebnis von über 40 Jahren Sammeltätigkeit ist eine äußerst wertvolle, enzyklopädische Kunstsammlung in Kiew.

Finanziert von:

EU

Projektpartner

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