Porzellanvasen aus China und Japan des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August der Starke
© Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Lösel

Richard Tuttle und das ostasiatische Porzellan Augusts des Starken

Dialog mit der Schenkung Sammlung Hoffmann

Wie eine filigrane, lichtdurchlässige Monumentalvase erscheint die menschengroße Skulptur „The Baroque and Color #8“ von Richard Tuttle (geb. 1941) vor einem Fenster der östlichen Bogengalerie in der Porzellansammlung im Zwinger. Das zeitgenössische Kunstwerk, eine mit bemaltem Japanpapier bezogene, luftige Holzstruktur, offenbart in seiner Form und der ästhetischen Wirkung eine Nähe zu den chinesischen und japanischen Schmuckvasen, die es hier umgeben. Beides sind Hohlkörper von enormer Fragilität und Feinheit, die Bezüge zum menschlichen Körper zulassen.

  • Laufzeit 11.09.2020—11.04.2021
  • Öffnungszeiten Freitag bis Sonntag 11—17 Uhr
  • Eintrittspreise regulär 6 €, ermäßigt 4,50 €, unter 17 frei, Gruppe ab 10 Personen 5,50 €

Wie eine filigrane,

Tuttles Werk entstand 1986 als Ergebnis einer einjährigen Auseinandersetzung des Künstlers mit dem prächtigen Spiegelsaal der Neuen Galerie in Graz. Die für die dortigen spezifischen Raumsituationen entwickelten Kunstwerke reflektieren Tuttles vorangegangene Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Farbe im Barock und ihrem Zusammenwirken mit Licht und Raum. Der Dialog mit einer lichten und prächtigen Barockarchitektur, ähnlich der des Zwingers, ist diesem Werk somit eingeschrieben und auch dort wurde die abstrakte Skulptur durch ihre Platzierung in einer Nische von der Architektur gefasst. Entsprechend entspinnt sich in der Porzellansammlung weniger ein Dialog, als vielmehr ein „Trialog“ zwischen der zeitgenössischen westlichen Skulptur, den historischen asiatischen Exponaten und der barocken Architektur.

© Schenkung Sammlung Hoffmann, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Klemens Renner
Richard Tuttle, The Baroque and Color #8, 1986

Die Familie Hoffmann

Die Familie Hoffmann schenkte im März 2018 den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ihre umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunst, die rund 1200 Werke umfasst. Ein Anliegen der Schenkung ist es, Werke aus der Sammlung mit den Objekten der unterschiedlichen Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in einen Dialog treten zu lassen und dadurch für die heutigen wie die historischen Exponate andere Betrachtungsweisen und Bedeutungsebenen zu öffnen.

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